Goldlegierungen: Was die Zahlen bedeuten
Die aufgestempelte Zahl auf einem Goldschmuckstück gibt den Goldanteil in Promille an. Sie wird als Punze bezeichnet und ist der gesetzlich anerkannte Echtheitsnachweis in Europa.
33,3 % Gold. Günstig und robust. Kann bei empfindlicher Haut gelegentlich Reaktionen auslösen.
58,5 % Gold. Der Standard im deutschsprachigen Markt. Gutes Gleichgewicht aus Wert, Farbe und Härte.
75 % Gold. Sichtbar wärmer im Farbton. Hochwertig, für tägliches Tragen ausreichend stabil.
Reines Gold. Sehr weich, verformt sich leicht. Für täglich getragenen Schmuck ungeeignet.
Gold wird stets mit anderen Metallen legiert – Silber, Kupfer oder Palladium –, um Härte und Farbeigenschaften zu steuern. Weißgold entsteht durch Beimischung von Palladium und wird häufig rhodiniert, um den Weißton zu intensivieren.
Ist meine Kette echtes Gold?
Drei Prüfmethoden, nach steigender Zuverlässigkeit:
- Stempelprüfung: Suchen Sie am Verschluss nach einer eingravierten Zahl (333, 375, 585, 750). Eine fehlende Punze ist kein Beweis für Unechtheit, aber ein Warnsignal.
- Magnettest: Echtes Gold reagiert nicht auf einen Magneten. Wird die Kette angezogen, enthält sie magnetische Bestandteile. Kein Beweis für Echtheit, aber ein zuverlässiger Ausschlusstest.
- Säuretest (Fachbetrieb): Einzige Methode mit echter Aussagekraft. Ein Goldschmied reibt das Stück auf einem Prüfstein und testet den Abrieb mit Prüfsäure. Nur so lässt sich der Karatgehalt bestimmen.
Hinweis zu vergoldetem Schmuck Vergoldetes Silber oder vergoldeter Modeschmuck sieht aus wie Gold, ist es aber nicht. Die dünne Goldbeschichtung reibt sich im Lauf der Zeit ab – insbesondere an Kontaktstellen wie Verschluss und Kettenglieder. Das darunterliegende Material kann oxidieren und sich verfärben. Für dauerhaften Werterhalt gibt es keine Alternative zu Echtgold.
Wasserfestigkeit & Alltagstauglichkeit
Echtgold korrodiert nicht, rostet nicht und wird durch Feuchtigkeit nicht beschädigt. Eine Kette aus 585er oder 750er Gold kann bedenkenlos beim Duschen, Schwimmen und Sport getragen werden.
Diese Aussage gilt nicht für vergoldeten Schmuck. Wasser, Schweiß und Pflegeprodukte beschleunigen dort den Abrieb der Oberfläche erheblich.
Pflege: Was wirklich notwendig ist
Gold ist pflegeleicht, aber nicht pflegefrei. Hautpflege, Parfüm und Schweiß hinterlassen über Zeit einen matten Film. Regelmäßiges Reinigen erhält den Glanz und schützt feinere Legierungen vor unnötigem Verschleiß.
- Lauwarmes Wasser mit mildem, tensidfreiem Spülmittel – keine aggressiven Reiniger
- Weiches Tuch oder Schmuck-Poliertuch, kein Scheuerschwamm
- Ultraschallreiniger für Goldketten ohne Edelsteine geeignet – bei Steinen vorher prüfen
- Getrennte Aufbewahrung verhindert Kratzer durch gegenseitigen Kontakt
Kette verlängern: Möglichkeiten & Grenzen
Kettenglieder einarbeiten
Ein Goldschmied öffnet das letzte Glied und fügt passende neue Glieder ein. Ergebnis: nahtlos, optisch einheitlich – setzt passende Glieder voraus.
Verlängerungskettchen
Schnell und günstig. Optisch sichtbar, da Verlängerungskettchen meist größer sind. Für feine Ketten keine empfehlenswerte Wahl.
Schicht-Look
Zwei Ketten unterschiedlicher Länge kombiniert statt einer verlängerten. Aktuell beliebt und stilistisch eigenständig.
"Die beste Kette ist nicht die teuerste – sie ist die, die Sie tragen, ohne sie zu vergessen."
